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Studientage des LeistungskursesPädagogik auf der Wewelsburg

Der Leistungskurs Pädagogik der Q2 des Rupert-Neudeck-Gymnasiums der Gemeinde Nottuln verbrachte Anfang Dezember zwei intensive und bewegende Studientage auf der Wewelsburg. Die ursprünglich im 12. Jahrhundert erbaute Burg wurde zur Zeit des Nationalsozialismus unter Leitung der Schutzstaffel (SS) zu einem Tagungszentrum umgebaut. Die Arbeiten wurden aufgrund des Krieges aber 1943 eingestellt – heute wird die Burg überwiegend als Jugendherberge genutzt und beheimatet die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg.

Am ersten Studientag setzten sich die Schüler*innen zunächst mit dem Begriff „Würde“ sowie eigenen Wertvorstellungen und Einstellungen auseinander. Nach einer Führung durch die historischen Räume im ehemaligen SS-Wachgebäude und im Nordturm fand eine Überblicksführung durch die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ statt.Insbesondere der Umgang des Kreismuseums Wewelsburg mit der „schwarzen Sonne“, die von den Nationalsozialisten in den Marmorboden des „Gruppenführersaals“ im Nordturm eingelassen wurde und auch heute noch ein Erkennungssymbol unter Rechtsextremist*innen ist, hinterließ einen bleibenden Eindruck: Mit bunten Sitzsäcken wird dieses Symbol bewusst entmythisiert. 

Am zweiten Studientag erkundeten die Schüler*innen, was Menschen im Nationalsozialismus davon abhielt, anderen Menschen ein würdevolles Leben zuzugestehen. Die Arbeit in Kleingruppen in der Dauerausstellung ermöglichte eine intensive Auseinandersetzung mit  den Mechanismen und Strukturen, die diskriminierendes, rassistisches Handeln ermöglichten, das für Millionen von Menschen den Tod bedeutete. Besonders bewegend war in diesem Zusammenhang die Beschäftigung mit Zeitzeugenberichten auf Video oder Hörstation. Zum Abschluss der Studientage erfolgte ein Austausch über Rassismus in der Gesellschaft heute und konkrete Möglichkeiten, sich für ein menschenwürdiges Zusammenleben im eigenen Umfeld zu engagieren.

Während dieser beiden Studientage wurde den Schüler*innen besonders deutlich bewusst, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit diesem Thema für eine wehrhafte Demokratie heutzutage ist.